What is Schilcher?

Short answer: Schilcher is a protected Western Styrian rosé made from 100 percent Blauer Wildbacher. It is dry, tart, pale pink to deep rose, and best understood at a Buschenschank on the Schilcherstraße.

Schilcher gibt es fast nirgendwo sonst. Er ist kein beliebiger Rosé, sondern ein Wein aus einer einzigen Rebsorte, aus einem klar begrenzten Teil der Weststeiermark. Die Straße an der Mosthütte heißt Schilcherstraße, weil hier genau diese Traube wächst.

Die Rebsorte: Blauer Wildbacher

Hinter Schilcher steht der Blaue Wildbacher. „Blau“ meint die dunkle Beerenhaut; Wildbacher verweist auf Wildbach im Raum Stainz, wo die Sorte lange dokumentiert ist. Sie ist alt, spät reifend und nicht bequem. An vielen Orten wirkt sie dünn. Auf den südseitigen Hängen der Weststeiermark bringt sie Säure, Spannung und Eigenart.

Warum Schilcher so schmeckt

Schilcher ist trocken, säurebetont und meist moderat im Alkohol. Er ist kein weicher Rosé für den Poolrand. Seine Frische kommt aus der Traube und aus den kühlen Nächten der Hügel zwischen etwa 300 und 600 Metern Seehöhe. Die Farbe reicht von sehr hellem Rosa bis zu kräftigem Kupferrosa, je nachdem, wie lange der Most Kontakt mit den Schalen hatte.

Die drei Formen

Schilcher ist der stille Wein, den Buschenschänke vom Frühjahr bis in den Herbst im Viertel ausschenken. Kalt, trocken, rosa, direkt.

Schilchersturm gibt es nur im Herbst. Er ist halb vergorener Most, noch trüb, noch perlend, süßer als der fertige Wein und stärker, als er schmeckt.

Schilcher Sekt ist die prickelnde Variante. Gute Betriebe arbeiten sehr sauber; die besten Sekte sind trocken, feinperlig und tragen die Wildbacher-Säure klar durch.

Wie man ihn trinkt

Stillen Schilcher trinkt man bei etwa 8 bis 10 °C. Schilcher Sekt etwas kühler, bei 6 bis 8 °C. Beides sind Weine für Holztische, lange Nachmittage und kalte Jausen.

Was dazu passt

  • Brettljause: Die Säure schneidet durch Verhackert, Speck und Käse.
  • Backhendl: Schilcher übernimmt die Rolle der Zitrone, nur länger und sauberer.
  • Käferbohnen: Mit Kürbiskernöl, Zwiebel und Essig brauchen sie genau diese Frische.
  • Hartkäse: Fett und Säure halten einander in Balance.
  • Forelle: Kalte steirische Bäche, gebratener Fisch, Schilcher im Glas; das passt regional und geschmacklich.

Süße, sehr fruchtige Speisen und schwere Rahmsaucen sind keine guten Partner. Schilcher ist zu deutlich dafür.

Geschichte und geschützte Herkunft

Die Weststeiermark kennt säurebetonte helle Rot- und Roséweine seit Jahrhunderten. Heute ist der Name geschützt. Schilcher darf nur aus Blauem Wildbacher aus dem definierten weststeirischen Gebiet erzeugt werden. Seit 2018 ist diese Herkunft im DAC-System gefasst. Das ist keine Folklore, sondern Weinrecht.

Wo man ihn findet

Die Schilcherstraße verbindet Weingüter und Buschenschänke von Stainz bis in Richtung Koralpe. Viel Schilcher wird nahe am Entstehungsort getrunken: beim Produzenten, im Glas, mit einer Brettljause. Flaschen kann man direkt ab Hof kaufen. Die Säure, die ihn im Glas frisch macht, lässt ihn auch gut reisen.


Siehe auch: Der Buschenschank Guide, Die Schilcherstraße, Zu Fuß zu den Weingütern in Gundersdorf, Essen & Trinken und Saisonführer.